Am 19. August 2026 war es so weit: WordPress 7.1 ist erschienen, vorgestellt auf der WordCamp US.
Den Codenamen „Mary Lou“ trägt das Release zu Ehren der Jazz-Pianistin Mary Lou Williams – eine Künstlerin, die sich zeitlebens immer wieder neu erfunden hat und dafür bekannt war, mit anderen gemeinsam Neues zu schaffen.
Beide Eigenschaften stecken auch im Release selbst: von smarteren Notizen über Styling-Optionen, für die du bisher Custom-CSS gebraucht hast, bis hin zu einem spürbar aufgeräumteren Admin-Bereich.
Schauen wir uns an, was sich für dich als Website-Betreiberin oder Webdesignerin wirklich ändert.
Notizen werden zum echten Kollaborationstool
Die Notizen-Funktion im Editor hat einen richtigen Schub bekommen und ist nicht mehr auf die Block-Ebene beschränkt. Du kannst Notizen jetzt mit Fettschrift, Kursiv, Code, Links und Emojis formatieren, per „@“ gezielt Kolleginnen und Kollegen markieren – inklusive E-Mail-Benachrichtigung, damit niemand eine Rückmeldung verpasst – und pro Block mehrere separate Gesprächsfäden starten, statt alles in einen einzigen Thread zu quetschen. Neu ist außerdem, dass du eine Notiz direkt an eine markierte Textstelle statt an den ganzen Block hängen kannst, lange Notizen sich automatisch einklappen und sich einzelne Revisionen jetzt sogar per Link teilen lassen. Für alle, die im Team an Inhalten arbeiten, ist das ein echter Produktivitätsgewinn.Style it your way – ganz ohne Custom-CSS
Der zweite große Schwerpunkt ist responsives Styling direkt im Editor. Du kannst jetzt festlegen, wie ein Block auf verschiedenen Bildschirmgrößen aussieht – für einzelne Blöcke genauso wie für die globalen Stile, inklusive Live-Vorschau in verschiedenen Viewport-Größen. Theme-Autor:innen dürfen eigene Breakpoints in der theme.json definieren, was mehr Flexibilität für individuelle Layouts bringt. Konkret für Button-Blöcke lassen sich zudem eigene Stile für Hover-, Fokus- und Aktiv-Zustände direkt in den Editor-Einstellungen festlegen – wahlweise für einen einzelnen Button oder alle auf einmal. Praktisch: Lokale Änderungen an Stilen lassen sich über einen Zwischenschritt gezielt auswählen, bevor sie global übernommen werden – kein Alles-oder-nichts mehr.Ein smootherer Medien-Workflow
Bilder und andere Medien werden jetzt direkt im Browser verarbeitet, mit breiterer Formatunterstützung: HEIC (das Standardformat von iPhone-Fotos), UltraHDR, AVIF und WebP werden nativ unterstützt, GIFs lassen sich in platzsparende Videos umwandeln. Uploads laufen zudem robuster – mit Fortschrittsanzeige und automatischen Wiederholungsversuchen bei wackliger Verbindung. Der neue Media Editor Modal bündelt Zuschneiden, Drehen und Metadaten-Bearbeitung an einer Stelle, Galerien ziehen sich passende Medien jetzt automatisch, und die Mediathek scrollt standardmäßig unendlich weiter, statt dich auf „Mehr laden“ klicken zu lassen.
Ein aufgeräumteres Admin-Erlebnis
Die Admin-Toolbar (Omnibar) begleitet dich jetzt durchgängig auch im Site- und Block-Editor, die Befehlspalette (Strg/Cmd+K) sortiert Ergebnisse übersichtlicher nach zuletzt genutzt, Treffern und Vorschlägen, und der Site Editor übernimmt endlich dein gewähltes Admin-Farbschema. Dazu kommen kleinere, aber im Alltag spürbare Verbesserungen: Kurzauszüge in der Beitragsliste, ein überarbeiteter Verlauf für visuelle Revisionen, ein eigener Bereich für Website-Identität (Titel, Tagline, Icon) sowie ein neues „An diesem Tag“-Widget, das dir alte Beiträge ins Gedächtnis ruft. Auch praktisch: Falsch zugeordnete Kommentare lassen sich jetzt direkt über ein Dropdown neu einem übergeordneten Kommentar zuweisen, ganz ohne Datenbank-Eingriff.
Neue Blöcke: Playlist und Tabs
Mit dem neuen Playlist-Block kannst du Audiodateien inklusive Wellenform-Visualisierung präsentieren – ideal für Podcasts oder Musik, ganz ohne Drittanbieter-Plugin. Der Tabs-Block organisiert Inhalte in klickbaren Reitern, statt alles auf einmal zu zeigen. Außerdem wurde ein lästiger Bug behoben: Hintergrundverläufe und Hintergrundbilder überschreiben sich nicht mehr gegenseitig, sondern lassen sich kombinieren – das betrifft neben der Gruppe auch Verse, Akkordeon, Pullquote, Beitragsinhalt und Zitat-Block.
Eigene Icons registrieren (für Entwickler:innen und Agenturen)
Was in der Beta noch als kurze Randnotiz „Icons API“ auftauchte, ist inzwischen ausführlich dokumentiert: Die SVG-Icon-API ist jetzt eine vollwertige, öffentliche Schnittstelle. Plugin- und Theme-Autor:innen können eigene Icon-Sammlungen registrieren (wp_register_icon_collection()), einzelne Icons hinzufügen (wp_register_icon(), wahlweise per Inline-SVG oder Datei-Pfad) und sie serverseitig ausgeben (wp_get_icon()). Die Icons stehen dann automatisch im Icon-Block zur Verfügung – dort gruppiert nach Sammlung, mit eigenem Tab und übergreifender Suche – und lassen sich zusätzlich über die REST API auslesen (z. B. GET /wp/v2/icons oder GET /wp/v2/icon-collections).
Der Icon-Block selbst hat außerdem neue Werkzeugleisten-Funktionen bekommen: Icons lassen sich jetzt horizontal oder vertikal spiegeln und in 90-Grad-Schritten drehen, und ein frisch eingefügter Icon-Block startet standardmäßig mit einem Info-Icon statt einem leeren Platzhalter. Falls du eigene Blöcke oder Plugins mit Icon-Auswahl baust oder bauen lässt, lohnt sich ein Blick in die technischen Details – aus Sicherheitsgründen werden eingereichte SVGs übrigens streng gefiltert: Nur wenige Elemente und Attribute sind erlaubt, alles andere wird automatisch entfernt.
Auch die Barrierefreiheit profitiert
Ein Punkt, der in der Beta-Berichterstattung noch keine Rolle spielte, aber im finalen Release-Post eigens hervorgehoben wird: WordPress 7.1 verbessert die Barrierefreiheit an mehreren Stellen. Neue Funktionen bringen zugängliche Tooltips in weitere Bereiche des Admin-Bereichs, etwa in Post-Meta-Boxen und auf dem Login-Screen. Auch die Screenreader-Unterstützung in den Listenansichten wurde überarbeitet, mit klarerer Beschriftung und vorhersehbarerer Navigation.
Was das für dich bedeutet
WordPress 7.1 bringt spürbare Verbesserungen für den Alltag – gerade wenn du im Team arbeitest oder viel mit Bildern und individuellem Design hantierst. Ein Punkt betrifft vor allem Entwickler:innen: Der Editor läuft künftig konsequent in einem iFrame, Blöcke mit älterer Block-API (v2 oder niedriger) sollten auf Version 3 aktualisiert werden, damit sie weiterhin sauber funktionieren. Falls du eigene Blöcke einsetzt oder einsetzen lässt, lohnt sich hier ein Blick in die Dokumentation.
Trotz aller Neuerungen gilt wie bei jedem Major-Release: Nichts überstürzen.
● Prüfe zuerst, ob deine verwendeten Plugins und Themes für WordPress 7.1 getestet und freigegeben sind.
● Erstelle vor dem Update unbedingt ein vollständiges Backup, damit du im Notfall zur vorherigen Version zurückkehren kannst.
● Warte mit dem Update, bis deine eigene Umgebung als kompatibel bestätigt ist.
So holst du dir alle neuen Funktionen ins Haus, ohne dein Tagesgeschäft zu riskieren.
WordPress 7.1.1 (17.09.2026)
Am 17.09.2026 erschien WordPress 7.1.1 – ein Wartungs- und Sicherheitsrelease. Es bringt keine neuen Funktionen, sondern behebt 17 Fehler in Core, 19 im Block-Editor sowie 11 Sicherheitslücken, unter anderem Cross-Site-Scripting (XSS), einen Path-Traversal-Fehler in der REST-Templates-Schnittstelle und mehrere Berechtigungsprobleme für Mitwirkende (Contributor+).
- Art: Wartungs- und Sicherheitsrelease (kein Feature-Update)
- Umfang: 17 Bugfixes Core, 19 Bugfixes Block-Editor, 11 Sicherheitsfixes
- Empfehlung von WordPress: zeitnahes Update, da sicherheitsrelevant
WordPress 7.1.2 (22.09.2026) – kritisches Sicherheitsrelease
Nur fünf Tage später, am 22.09.2026, folgte WordPress 7.1.2 – diesmal mit einer als kritisch eingestuften Sicherheitslücke (CVE-2026-87902). Unter bestimmten Voraussetzungen bei Server-Umgebung und aktivem Theme konnte ein nicht authentifizierter Angreifer über die Auflösung von Seitenvorlagen eine beliebige, lesbare lokale PHP-Datei außerhalb des aktiven Theme-Verzeichnisses einschleusen – im schlimmsten Fall mit der Möglichkeit zur Remote Code Execution (RCE), also zur Ausführung von Schadcode auf dem Server.
Das ist der bislang dringlichste Patch im 7.1-Zyklus. WordPress empfiehlt hier ausdrücklich, sofort zu aktualisieren – ein Abwarten ist bei dieser Schwere nicht zu empfehlen, auch nicht für sonst vorsichtige Update-Strategien. Seiten mit aktivierten automatischen Hintergrund-Updates spielen den Patch automatisch ein; bei allen anderen lohnt sich ein manueller Check im Dashboard unter „Updates“.
- Art: Kritisches Sicherheitsrelease (kein Feature-Update)
- Schwachstelle: CVE-2026-87902 / GHSA-7hp8-65ch-5whp – potenzielle Remote Code Execution über Seitenvorlagen-Auflösung
- Angriffsvoraussetzung: nicht authentifiziert, abhängig von Server- und Theme-Konfiguration
- Empfehlung von WordPress: sofortiges Update, höchste Priorität
WordPress 7.1.3 (06.10.2026) – Wartungs- und Sicherheitsrelease
Am 06.10.2026 erschien WordPress 7.1.3 mit 7 Sicherheitsfixes und 4 Bugfixes. Auch hier empfiehlt WordPress ein sofortiges Update. Die behobenen Sicherheitsprobleme im Überblick: ● Stored XSS auf der Kommentar-Verwaltungsseite im Admin-Bereich, ausnutzbar über ausstehende (noch nicht freigegebene) Kommentare ● DoS-Problem in der Methode WP_Http::make_absolute_url() ● Second-Order-SQL-Injection im WXR-Export (WordPress-Export-Funktion) ● Schwachstelle, die es Nutzern mit der Rolle Autor erlaubte, Beiträge als „sticky“ (oben angeheftet) zu markieren ● Unauthentifizierte Offenlegung von Kommentaren zu privaten und unveröffentlichten Beiträgen ● XSS-Schwachstelle bei Imgur-Embeds ● Fälschbare Parameter im {status}_{type}-Hook, die zu Kollisionen bei Action-Namen führen konnten Praktisch heißt das: Wenn du Seiten betreust, auf denen mehrere Personen mit unterschiedlichen Rollen arbeiten oder Kommentare aktiv sind, lohnt sich das Update ganz besonders. Wer ohnehin regelmäßig die Patches einspielt, landet mit 7.1.3 automatisch auf dem aktuellen Stand der Reihe 7.1 – 7.1.1 und 7.1.2 sind darin enthalten.WordPress 7.1.4 (28.10.2026) – Sicherheitsrelease
Am 28.10.2026 erschien WordPress 7.1.4, ein reines Sicherheitsrelease ohne neue Funktionen. Laut Release-Dokumentation behebt es 22 Sicherheitslücken. WordPress empfiehlt, sofort zu aktualisieren. Die wichtigsten Punkte: ● Eine Race Condition während des Core-Updates, die zu Remote Code Execution führen konnte ● Zahlreiche Stored-XSS-Lücken, die meisten schon ab der Rolle Mitarbeiter, u. a. in der Interactivity API, im Customizer und in den Blöcken Kategorien, Kommentar-Paginierung und Beitragsnavigation ● Stored XSS im Bildschirm für Löschanfragen personenbezogener Daten (ab Redakteur) ● Unveröffentlichte Customizer-Änderungen waren für nicht angemeldete Besucher einsehbar ● Berechtigungsfehler bei den Notizen: Eigene Rollen mit Kommentar-Moderation konnten Notizen zu Beiträgen lesen, bearbeiten und löschen, die sie selbst nicht bearbeiten dürfen ● Härtung im Bild- und Playlist-Block sowie bei Benutzernamen in der Multisite-Netzwerkverwaltung ● Aktualisierte Root-Zertifikate Zwei der neuen Funktionen aus 7.1 sind direkt betroffen: die Notizen und der Playlist-Block. Wenn auf deiner Website mehrere Personen mit unterschiedlichen Rollen arbeiten, solltest du das Update besonders zügig einspielen.Quellen
- WordPress 7.1 Beta 1
- WordPress 7.1 Beta 3
- WordPress 7.1 Beta 4
- WordPress 7.1 Release Candidate 1
- WordPress 7.1 „Mary Lou“ (offizieller Release-Post)
- WordPress 7.1 Release Notes (Dokumentation)
- Dev Note: Registering and rendering SVG icons in WordPress 7.1
- WordPress 7.1.1 Maintenance and Security Release
- WordPress 7.1.2 Release
- WordPress 7.1.3 Maintenance and Security Release
- WordPress 7.1.4
- Version 7.1.4
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.
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